Widerruf Verbraucherdarlehen


Der Widerruf eines Verbraucherdarlehens bietet Darlehensnehmern die Chance, aus teuren Kreditverträgen auszusteigen und von dem aktuell niedrigen Zinsniveau zu profitieren.
Betroffen sind alle Verbraucherkreditverträge, die ab November 2002 abgeschlossen wurden.

Ein Widerruf ist immer dann möglich, wenn der Kreditgeber den Kreditnehmer nicht ordnungsgemäß über sein Widerrufsrecht und dessen Folgen belehrt hat. Dann nämlich beginnt die 14-tägige Widerrufsfrist nicht zu laufen und der Darlehensvertrag kann auch heute noch widerrufen werden.

Welche Vorteile bietet mir ein solcher Widerruf?

Historisch niedrige Zinsen
Im Falle eines wirksamen Widerrufs wird der Darlehensvertrag rückabgewickelt und der Darlehensnehmer profitiert im Fall des Abschlusses des neuen Darlehensvertrages von dem derzeit historisch niedrigen Zinsniveau. Unter Umständen kann der noch offene Saldo mit Eigenmitteln finanziert werden, so dass die Zinszahlung insgesamt entfällt.

Keine Vorfälligkeitsentschädigung
Eine Vorfälligkeitsentschädigung darf die Bank bei einem wirksamen Widerruf nicht verlangen. Bereits gezahlte Vorfälligkeitsentschädigungen können wieder zurückverlangt werden. Hierbei kann es sich je nach Einzelfall um ganz erhebliche Summen handeln.

Zinsvorteil
Die von Darlehensnehmer und Darlehensgeber empfangenen Leistungen müssen zurückgegeben und verzinst werden. Hierbei kann sich für den Darlehensnehmer je nach Einzelfall ein erheblicher Vorteil ergeben, so dass sich ein geringerer Rückzahlungsanspruch der Bank ergibt, es als es die noch offene Restschuld vermuten lässt. Bei bereits abgewickelten Verträgen können sich für den Darlehensnehmer insoweit auch Zahlungsansprüche gegen die Bank ergeben.

Wann ist eine Widerrufsbelehrung falsch?
Die Widerrufsbelehrung muss den gesetzlichen Anforderungen (§ 355 a.F.) entsprechen und den Verbraucher demzufolge inhaltlich richtig in drucktechnisch hervorgehobener Form über das ihm zustehende Widerrufsrecht informieren. Wie die Verbraucherzentrale Hamburg herausgefunden hat, sind etwa 80 % aller Widerrufsbelehrungen falsch. Unsere Erfahrungen decken sich mit diesen Angaben.
Es lohnt sich also den eigenen Vertrag überprüfen zu lassen. Auch bereits gekündigte oder erfüllte Darlehensverträge können grundsätzlich rückabgewickelt werden.

Für unsere Mandanten konnten wir schon zahlreiche aussergerichtliche und gerichtliche Erfolge erzielen.

Immobiliardarlehensverträge zwischen dem 01.08.2002 und dem 10.06.2010
Die Ausübung des Widerrufsrechts war bisher zeitlich unbegrenzt möglich. Das Widerrufsrecht für Vertragserklärungen in Verbraucher-Immobiliendarlehen, die zwischen dem 01.08.2002 und dem 10.06.2010 abgeschlossen wurden, erlischt nun jedoch nach einer Gesetzesänderung 3 Monate nach dem 21.03.2010. Für nach dem 10.06.2010 abgeschlossene Darlehensverträge gilt dies nicht, so dass ein Widerruf für diese Vertragserklärungen weiterhin möglich sein kann.