Porsche und VW AG: Zurückweisung des Musterverfahrens hat keinen Einfluss auf Klagen von Fahrzeugeigentümern

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Das Oberlandesgericht Stuttgart hat mit Beschluss vom 27.03.2019, 20 Kap 2/17 und 20 Kap 4/17 entschieden, dass die Kapitalanleger-Musterverfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE (PSE) und die Volkswagen AG unzulässig sind. Der Grund: die Sperrwirkung eines früher eingeleiteten Musterverfahrens, in dem vergleichbare Vorwürfe geklärt werden sollen.
Das Musterverfahren betrifft Ansprüche von Kapitalanlegern, die aufgrund fehlerhafter und verspäteter Aufklärung über den sog. Abgasskandal die Aktien in den Jahren 2014/2015 nach eigenem Vortrag zu teuer erworben haben.

Ansprüche von Fahrzeugeigentümern, die vom sog. Abgasskandal betroffen sind, betrifft dies aber nicht. Diese können nach wie vor gerichtlich geltend gemacht werden.

Der Käufer kann vom Hersteller Schadensersatz und, nach einem Hinweis des Landgerichts Bamberg, auch Neulieferung eines mangelfreien Fahrzeugs verlangen. Vom Verkäufer kann die Ersatzlieferung eines Neufahrzeugs verlangt werden oder der Rücktritt vom Kaufvertrag erklärt werden. Im Falle eines Rücktritts erhält der Käufer den Kaufpreis gegen Zahlung einer Nutzungsentschädigung und Rückgabe des Fahrzeugs erstattet. Gegenüber dem Verkäufer kann zudem die Minderung des Kaufpreises verlangt werden. Die Gerichte setzen hierbei Minderungswerte von 10 - 20 % an. Gegenüber dem Händler sind Ansprüche jedoch oftmals verjährt, dies muss anhand jedes Einzelfalles gesondert überprüft werden.

Gerne helfen wir auch Ihnen, Ihre Ansprüche gegen Porsche, VW und andere Autohersteller oder Händler geltend zu machen.