P&R Unternehmensgruppe: 1.000.000 Container fehlen

5 Gesellschaften der P&R Unternehmensgruppe haben am 15.3.2018 bzw. am 26.4.2018 Insolvenz angemeldet. Über 50.000 Anleger bangen um ihr Geld, ca. 3,5 Milliarden Euro stehen im Feuer. Im Mittelpunkt des Anlagemodells steht der direkte Erwerb von gebrauchten oder neuen Frachtcontainern, die weltweit an internationale Reedereien oder Logistikfirmen vermietet werden sollten. Nach einer Vertragslaufzeit von 3 bis 5 Jahren sollten die Container von P&R zum Zeitwert wieder zurückerworben werden.

Das Konzept ging jedoch, wohl auch aufgrund der zunehmenden Schifffahrtkrise, schief. Bereits seit dem Jahr 2017 wird zudem über geschäftliche Ungereimtheiten berichtet. Dies wohl zurecht: Nach einer Stellungnahme des Insolvenzverwalters fehlten bereits im Jahr 2010 600.000 Container, zum derzeitigen Zeitpunkt wird ein Fehlbestand von 1.000.000 Containern vermutet. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt.

Die Anleger folgender Leasing- und Vertriebsfirmen der P&R Investmentgesellschaft sind derzeit betroffen:
- P&R Container Leasing GmbH (Az.: 1542 IN 727/18)
- P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH (Az.: 1542 IN 726/18)
- P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH (Az.: 1542 IN 728/18)
- P&R Transport-Container GmbH (Az.: 1542 IN 1127/18)
- P&R AG (Az.: 1542 IN 1128/18)

Betroffene Anleger sollten unbedingt fachkundigen anwaltlichen Rat einholen. Auch wenn das Insolvenzverfahren derzeit noch nicht eröffnet ist, und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch andauern: Schadensersatzansprüche können im Falle einer Falschberatung auch gegen den Finanzierungsberater oder -vermittler geltend gemacht werden. Denn den Anlegern wurde die Beteiligung häufig als risikolose und sichere Anlage angeboten. Die Erfolgsaussichten eines rechtlichen Vorgehens sind hierbei oftmals höher als bei einem Vorgehen gegen die Geschäftsführer.

Ansprüche gegen den Finanzierungsberater oder -vermittler verjähren jedoch in der Regel 3 Jahre nach Kenntnis der Ansprüche und spätestens 10 Jahre nach Vertragsschluss. Anleger sollten daher nicht zögern, einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aufzusuchen.