Urteilsflut im sog. Abgasskandal: Auch das LG Nürnberg-Fürth verurteilt die Volkswagen AG zu Schadensersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung

Neben zahlreichen weiteren Gerichten hat nun auch das Landgericht Nürnberg-Fürth die Volkswagen AG wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung verurteilt. So ergingen am 27.04.2017 sieben Urteile gegen den VW-Konzern, Az.: 9 O 7324/16, 9 O 3631/16, 8 O 3707/16, 8 O 6196/16, 8 O 5990/16, 8 O 6120/16, 8 O 2404/16.

Hintergrund ist der sog. Abgasskandal, bei dem bei circa 11 Millionen Fahrzeugen weltweit eine Software aufgespielt wurde, die den Ausstoß von Abgasen bei Testläufen reduziert. An diese Tatsache sieht sich das Landgericht Nürnberg-Fürth durch die Bescheide des Kraftfahrt-Bundesamts gebunden. Es liege demnach beim Fahrzeug ein Sachmangel sowie eine arglistige Täuschung auf Seiten des VW-Konzerns vor. Unbeachtlich sei hierbei, dass die Volkswagen AG den Käufern nachträglich ein Update zur Software kostenlos angeboten habe. Nachträglich Bemühungen zur Behebung eines bereits entstandenen Schadens würden den Tatbestand eines bereits vollendeten Betrugs nicht entfallen lassen.

Die geschädigten Käufer können nun ihre Dieselfahrzeuge zurückgeben und erhalten den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung erstattet. Zudem haben sie einen Anspruch auf Schadensersatz. Neben der Volkswagen AG ist auch der Autohändler zu einer Rücknahme aufgrund der Mangelhaftigkeit des Fahrzeugs verpflichtet.

Betroffen sind bislang VW-Dieselmotoren der Baureihe EA 189 (1.6 Liter Hubraum, 2.0 Liter Hubraum und teilweise auch 1.2 Liter Hubraum).

Gerne beraten wir Sie zu einem rechtlichen Vorgehen gegen die Volkswagen AG oder Ihren Autohändler.